Mit dem Boot hin, zu Fuß zurück: Von Port d'Andratx nach Sant Elm auf dem GR 221

Am letzten Tag noch ein Bootsfahrt und Wanderung.

Mit dem Boot hin, zu Fuß zurück: Von Port d'Andratx nach Sant Elm auf dem GR 221
Blick auf La Dragonera

Am letzten Tag ging es noch Mal auf eine Wanderung. sie ist die erste Etappe des GR 221 auf Mallorca und führt uns von Port d‘Andratx nach Sant Elm.

Die Eckdaten

Strecke ca. 8,3 km (Port d'Andratx → Sant Elm)
Höhenmeter ca. 340 m im Aufstieg, ca. 340 m im Abstieg
Höchster Punkt gut 300 m, nach knapp 4 km
Gehzeit 3 Stunden inkl. 15 Minuten Pause
Anreise zum Start Boot ab Sant Elm, 12 € pro Person
Parken Sant Elm, kostenfrei
Wanderpartner Andreas

Hier mal ein kompletter Zeitplan.

Der Tagesablauf

Uhrzeit Was
10:30 Ankunft mit dem Mietwagen in Sant Elm, kostenlos geparkt
10:40 Bootsticket am Hafen gekauft (12 €)
11:00 Abfahrt des Boots in Sant Elm
11:40 Start der Wanderung in Port d'Andratx
~13:00 15 Minuten Pause
14:40 Ankunft in Sant Elm
danach Frozen Yoghurt
15:20 Abfahrt mit dem Mietwagen
16:00 Zurück im Hotel an der Playa de Palma

Anfahrt: Sonntags ist die Autobahn frei

Wir sind mit dem Mietwagen von der Playa de Palma aus losgefahren. Der Weg führt über die Autobahn rund um Palma und dann weiter Richtung Andratx – grob 50 Kilometer. Unter der Woche kann der Ring um Palma voll sein, aber an einem Sonntagvormittag war die Autobahn praktisch leer. Um 10:30 Uhr standen wir in Sant Elm, und den Parkplatz ist kostenlos und es waren noch ein paar freie Parkbuchten. In der Hochsaison sieht das sicher anders aus – wer im Juli oder August kommt, sollte früher da sein.

Tipp: Erst nach Sant Elm fahren und dort parken, dann per Boot zum Start. So wartet das Auto am Ende der Wanderung auf euch – und nicht am Anfang.

Sant Elm – das Ende der Insel

Sant Elm (spanisch San Telmo) ist ein kleiner Küstenort ganz im Südwesten Mallorcas und gehört zur Gemeinde Andratx. Weiter westlich geht es auf der Hauptinsel nicht. Benannt ist der Ort nach dem heiligen Elmo (Erasmus), dem Schutzpatron der Seeleute – passend für ein Dorf, das jahrhundertelang vom Meer gelebt hat.

Schutzpatron ?

Das eigentliche Highlight liegt aber vor der Küste: Sa Dragonera, die „Dracheninsel“. Der lang gestreckte, unbewohnte Felsrücken liegt nur knapp einen Kilometer vor Sant Elm und sieht von manchen Blickwinkeln tatsächlich aus wie ein schlafender Drache. In den 1970er-Jahren sollte die Insel mit einer Urbanisation bebaut werden; Proteste aus der Bevölkerung haben das verhindert. Heute ist Sa Dragonera ein Naturpark – und von Sant Elm aus legen die Boote dorthin ab.

Ich war auch schon öfters dort. In diesem Jahr hatte ich schon die Rundwanderung zum Kloster La Trapa unternommen.

Mit dem Boot nach Port d'Andratx

Das Ticket haben wir um 10:40 Uhr direkt am Hafen gekauft: 12 Euro für die einfache Fahrt. Um 11:00 Uhr ging es los.

Auf dem Boot

Das Boot fährt an der Steilküste entlang Richtung Osten – genau die Landschaft, durch die wir später zu Fuß zurückwollten. Von See aus sieht man schön, wie sich die Villen in die Hänge rund um Port d'Andratx schieben und wie wild die Küste dazwischen noch ist.

Blick vom Boot

Port d'Andratx – vom Fischerhafen zum Yachthafen

Port d'Andratx liegt in einer tief eingeschnittenen, geschützten Naturbucht. Früher war es der Hafen des landeinwärts gelegenen Ortes Andratx und vor allem ein Fischerort. Heute dominieren Yachten, Restaurants an der Promenade und teure Villen an den Hängen – Port d'Andratx gilt als einer der exklusivsten Orte der Insel.

Zur Einordnung, weil die Namen leicht durcheinandergehen:

  • Andratx ist der Hauptort der Gemeinde, ein paar Kilometer im Landesinneren.
  • Port d'Andratx ist der dazugehörige Hafen an der Küste.
  • Sant Elm und S'Arracó sind weitere Ortsteile derselben Gemeinde.

Für uns war Port d'Andratx an diesem Tag nur der Startpunkt. Um 11:40 Uhr ging es los.

Startpunk in Port Andratx

Der GR 221 – die Trockensteinroute

Der GR 221, auf Mallorquinisch Ruta de Pedra en Sec („Trockensteinroute“), ist der große Fernwanderweg Mallorcas. Er führt durch die Serra de Tramuntana vom Südwesten der Insel bis in den Nordosten nach Pollença – über mehrere Etappen und mit Übernachtungsmöglichkeiten in Berghütten (Refugis).

Der Name kommt von den Trockenmauern, Terrassen und gepflasterten Wegen, die die Mallorquiner über Jahrhunderte ohne Mörtel aufgeschichtet haben. Die Serra de Tramuntana ist seit 2011 als Kulturlandschaft UNESCO-Welterbe, und die Kunst der Trockenmauer steht seit 2018 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes.

Die Strecke von Port d'Andratx nach Sant Elm ist der Auftakt dieses Weges – die kürzeste und einfachste Etappe, aber landschaftlich schon ein guter Vorgeschmack.

Unterwegs

Die Wanderung

Raus aus dem Hafen und rein in den Hang

Der Weg startet direkt am Hafen von Port d'Andratx. Der erste Kilometer ist ziemlich flach und führt durch die Wohngebiete am Rand des Ortes. Danach ist Schluss mit gemütlich: Auf den nächsten rund drei Kilometern geht es fast durchgehend bergauf, von Meereshöhe auf gut 300 Meter.

Weg

Das ist der einzige wirklich anstrengende Teil der Tour – in der Mittagssonne merkt man jeden Höhenmeter.

Oben auf dem Rücken

Nach knapp vier Kilometern ist der höchste Punkt erreicht.

Nach dem Aufstieg

Danach verläuft der Weg eine Weile auf dem Bergrücken, leicht auf und ab. Hier oben wird es ruhig: Pinien, Macchia, Steine – und immer wieder Blicke zurück auf die Bucht von Port d'Andratx.

Weiter geht es

Etwa zur Hälfte der Strecke haben Andreas und ich eine Pause von 15 Minuten eingelegt. Andreas hat sich den ganzen Tag schon auf sein Thunfisch Baguette gefreut und ich konnte einen Geocache vor Ort suchen.

Geocache

Der Drache taucht auf

Das Beste kommt im zweiten Teil: Sobald man über den Rücken nach Westen kommt, liegt plötzlich Sa Dragonera vor einem, und darunter das kleine Sant Elm.

Blick Sant Elm und La Dragonera

Abstieg nach Sant Elm

Die letzten rund vier Kilometer geht es stetig bergab bis auf Meereshöhe. Der Untergrund ist stellenweise steinig und lose – mit festen Schuhen kein Problem. Um 14:40 Uhr waren wir zurück in Sant Elm. Macht drei Stunden insgesamt, also gut 2:45 Stunden reine Gehzeit für 8,3 Kilometer und 340 Höhenmeter – ein entspanntes Tempo.

Abstieg nach Sant Elm

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Die Belohnung: Frozen Yoghurt

Nach drei Stunden in der Sonne gab es in Sant Elm die verdiente Belohnung: einen Frozen Yoghurt mit drei Toppings – Ananas, Mango und Nutella. Preis: 4,50 Euro. Ja, Nutella zu Tropenfrüchten ist keine klassische Kombination. Das war nicht meine Wahl, aber ich hatte einfach nur gesagt, nehme ich auch.

Frozen Yoghurt

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Rückfahrt

Um 15:20 Uhr ging es mit dem Mietwagen zurück, um 16:00 Uhr waren wir wieder im Hotel an der Playa de Palma. Auch auf dem Rückweg: freie Autobahn.

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Was hat der Tag gekostet?

Posten Preis pro Person
Parken in Sant Elm 0,00 €
Boot Sant Elm → Port d'Andratx 12,00 €
Frozen Yoghurt mit 3 Toppings 4,50 €
Summe 16,50 €

(zzgl. Mietwagen und Sprit)

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Praktische Tipps

  • Richtung: Boot hin, zu Fuß zurück. So läuft man auf Sa Dragonera zu und hat das Auto am Ziel.
  • Bootsfahrplan vorher prüfen: Die Verbindung zwischen Sant Elm und Port d'Andratx fährt saisonal. Vor Ort am Hafen nach den aktuellen Zeiten fragen oder vorab online nachsehen.
  • Wasser: Unterwegs gibt es keine Einkehr und keine Quelle. Mindestens 1,5 Liter pro Person mitnehmen.
  • Sonnenschutz: Der Aufstieg ist über weite Teile wenig beschattet.
  • Schuhe: Feste Wanderschuhe, vor allem für den steinigen Abstieg.
  • Jahreszeit: Frühjahr und Herbst sind ideal. Im Hochsommer ist der Aufstieg zur Mittagszeit kein Vergnügen.
  • Fernweg-Option: Wer mehr will, kann von Sant Elm aus auf dem GR 221 weiter Richtung Nordosten in die Serra de Tramuntana wandern.

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Fazit

Die erste Etappe des GR 221 ist eine ideale Halbtagestour: knapp drei Stunden, ein ordentlicher Anstieg, viel Ruhe und am Ende ein Ausblick auf Sa Dragonera. Die Kombination aus Bootsfahrt und Wanderung macht die Tour logistisch angenehm – kein zweites Auto, kein Bus, kein Doppelweg. Und für 16,50 Euro inklusive Frozen Yoghurt ist das ein ziemlich günstiger Tag auf Mallorca. Da bezahlt man im Bierkönig oder Megapark mehr.