Froschwald, ein vergessenes Freibad und am Steinhuder Meer
Geocaching Tour - Rund um das Steinhuder Meer
Heute berichte ich von einem spannenden Geocaching-Tag in meiner Region – von einem legendären Gadget-Cache an der Autobahn über zwei echte Lost Places bis ans Nordufer des Steinhuder Meeres. Unterwegs hatte ich Unterstützung von Thomas aka modicon.
Stop 1: Bobby's Werkstatt an der A2 bei Apelern
Los ging es direkt an der Autobahnabfahrt der A2 bei Apelern. Der kleine Ort liegt im Schaumburger Land am Fuße des Deisters – eine dieser Gegenden, an denen man sonst nur vorbeifährt, ohne anzuhalten. Mein Auto habe ich an einem Feldweg abgestellt.

Der Star hier ist GC8TE58 „Bobby's Werkstatt" 🚗 – ein Tradi mit über 1.200 Favoritenpunkten und damit einer der beliebtesten Caches der ganzen Region. Zu Recht: Das ist kein simples Filmdöschen, sondern ein liebevoll gebauter Gadget-Cache an dem man ein wenig knobeln muss, bevor sich das Logbuch zeigt – wirklich schwer ist er aber nicht. Und Fotos sind von Owner untersagt.
Direkt nebenan lag noch GCAEFZZ „L…p….." vom selben Owner als schnelle Zugabe.
Stop 2: Poggenhagen – warum hier die Frösche wohnen
Weiter ging's nach Norden zum Froschwald bei Poggenhagen. Und ja, der Name ist kein Zufall: „Poggenhagen" kommt aus dem Plattdeutschen. „Pogge" heißt auf Niederdeutsch schlicht „Frosch", ein „Hagen" ist ein umzäuntes Gehölz oder eine Siedlung. Poggenhagen ist also wörtlich der „Froschhagen" – der Ort, an dem die Frösche zu Hause sind. In der feuchten, waldigen Ecke am Fliegerhorst passt das bis heute wie die Faust aufs Auge. 🐸
Mitten in diesem Froschwald wartete GCAN4A0 „Ruine im Froschwald [LP]", ein Multi und ein echter Lost Place: verwitterte Mauerreste, von Moos und Wurzeln überwachsen, versteckt zwischen den Bäumen. Die Ruine ist eine ehemalige Verlade- und Abfüllstation eines Kieswerks bzw. einer Sandgrube. Über Förderbänder wurde dort Sand in große Silos transportiert und anschließend direkt in Lastwagen verladen.

Passend dazu GCBN9Q4 „Der Fliegerhorst von hinten", der einen an das alte Militärgelände am Ortsrand heranführt. Gut, das ich eine lange Hose anhatte - der Weg dorthin war ganz schön dornig.

Ein Geheimtipp am Rande: Von „Georgs Höhe" im Froschwald hat man freie Sicht zum benachbarten Fliegerhorst – ein perfekter Platz, um die Flugzeuge beim Starten und Landen zu beobachten. Wer Glück hat, sieht die großen A400M-Transporter über die Baumwipfel ziehen. ✈️

Hab heute gar nicht meine Sonnenbrille auf. 😝
Stop 3: Neustadt am Rübenberge – wo die Natur das Freibad regiert
Danach ins Zentrum: Neustadt am Rübenberge, die Stadt an der Leine nördlich von Hannover, bekannt für ihr Wasserschloss Landestrost und die vielen Flussarme, die sich durch die Stadt ziehen. Das Wasser war auch hier das Thema.
Erster Halt: GC5DZP2 „Da fällt das Wasser" – der Name ist Programm, es ging an eine Stelle, an der das Wasser der Leine rauschend über ein Wehr stürzt. Ein schöner, lebendiger Spot mitten in der Stadt.

Das Highlight dieses Stops war aber GC9V6AJ „Im alten Freibad regiert die Natur [LP]" 💦 – wieder ein Lost Place, und was für einer. Das ehemalige Freibad steht längst still, und die Natur hat sich zurückgeholt, was ihr gehört: Gras wächst aus den Fliesen, das leere Becken liegt still da, wo früher Kinder ins Wasser sprangen. Der Lost Place ist abgesperrt und kann nicht betreten werden.

Heute hat Neustadt mit dem Balneon ein ganz neues Freizeitbad.
Zum Abschluss noch GC10921 „S", ein Kurz - Multi in der Nähe vom Bahnhof in Neustadt. Die Unterführung ist hier sehr kunstvoll gestaltet. Und auch dort begegnet einem wieder der Frosch.

Zwischendurch der einzige Wermutstropfen des Tages: Die Straße zwischen Neustadt am Rübenberge und Mardorf ist gesperrt. Also hieß es kurz durchatmen und mit dem Auto einen ordentlichen Umweg fahren, bevor es zum letzten Stop weiterging. 🚧
Stop 4: Mardorf am Steinhuder Meer – Moor, Klänge und Apfelkuchen
Zum Ausklang das schönste Fleckchen des Tages: Mardorf am Nordufer des Steinhuder Meeres.

Genau darum drehten sich auch die Caches. GCA7RD2 „GeoSounds – Naturgeräusche Steinhuder Meer" (über 1.000 Favoritenpunkte!) verbindet das Suchen mit den Klängen der Landschaft – ein wunderbar stimmiger Cache für diese Ecke. Am GC45R2V „Moorerlebnis 1 – Der Lehrpfad" ging es entlang des Moorerlebnispfades, der das besondere Ökosystem des Toten Moores erklärt.

Dazu haben wir noch ein paar kleinere Dosen der Serie „GC 96 – Danke für den Ersatz" mitgenommen (GC96YBG, GC96YBF, GC96YBB) – die klassische Runde, bei der die Zahl auf dem Tacho angenehm nach oben klettert.
Und weil so ein Cache-Tag auch Genuss braucht: Im Bistro Del Mar haben Thomas und ich uns bei Apfelkuchen bzw. Käsekuchen und Kaffee eine wohlverdiente Pause gegönnt. ☕🍏

Geheimtipp, um Begleitung für so eine Tour zu gewinnen: Verschweige die Wörter „Multi", „dornig" und „Fußmarsch" – betone „Sonnenuntergang am See", „Kaffee und Kuchen" und „du musst gar nichts suchen, nur die Aussicht genießen". Der Rest ergibt sich unterwegs.