Mit dem Herz durch den Harz – mein Tag auf dem Altenauer Herzweg
Vor ein paar Wochen hatte ich mir den Altenauer Herzweg im Harz als Wanderziel ausgesucht. Heute war es endlich so weit. Nach einem schnellen Frühstück ging es los. Ich hatte mein Stempelbuch wiedergefunden und packte es in den Rucksack. Ich freute mich auf einen Tag im Oberharz und berichte Euch jetzt von meinem Tag.
07:00 Uhr – Abfahrt
Pünktlich um sieben Uhr ging es los. Die Navigation führte mich über die A2 und die A7 mit Ausfahrt Rühden in den Harz. Nach knapp 90 Minuten war ich im Harzer Vorland angekommen.
Kurzer Halt an der Okertalsperre
Meine erste Station war die Okertalsperre. Zu dieser Uhrzeit war es dort sehr ruhig. Ich hatte noch ein kurzes Gespräch mit einem anderen Besucher, dem ich meinen 3-Meter-Stick mit der Insta360 erklären musste.
Nach dem Foto- und Videohalt und einem Schluck Wasser, ging es weiter nach Altenau.
Bronze und Silber zum Frühstück
Mein erstes Ziel war das Tourismusbüro in Altenau, das um 9 Uhr öffnete. In meinem Rucksack hatte ich mein Stempelbuch der Harzer Wandernadel dabei, in dem sich im Laufe der Jahre eine ganze Reihe von Stempeln angesammelt hatte. Heute wollte ich meine Leistungsabzeichen abholen. Die Mitarbeiterin schaute sich meine Einträge an, blätterte ein wenig und überreichte mir die Abzeichen in Bronze und Silber. Das kostete mich 4,50 Euro pro Nadel.
Bronze: 8 numerische Stempel
Silber: 16 numerische Stempel
Gold: 24 numerische Stempel
Ich habe aktuell mit heute 20 Stempel in meinem Buch. Es fehlen mir noch vier zu Gold. Das könnte ich bei meinem nächsten Ausflug schaffen, wenn ich mir eine geeignete Strecke aussuche.
Der Altenauer Herzweg – 17 Stationen rund ums Herz
Der Altenauer Herzweg startet praktisch direkt hinter dem Kurgastzentrum „Altenauer Hof“.
Das Herzportal inszeniert den Startpunkt auf besondere Weise und schon nach den ersten Metern wird klar, warum dieser Weg zurecht als Erlebniswanderweg bezeichnet wird. Er führt auf rund 12,4 Kilometern einmal um Altenau herum und beschäftigt sich an 17 großen und unzähligen kleinen Stationen mit dem Thema „Herz" – mal anatomisch, mal symbolisch, mal interessant. Was den Weg besonders macht, ist, dass es nicht nur darum geht, von A nach B zu kommen. Es gibt Fässer mit versteckten Informationen, Schautafeln mit Geschichten und Gedichten, medizinische Aspekte zum Mitnehmen und an mehreren Stationen sogar Mitmach-Elemente.
Hier vermischen sich Wandern und Wissen auf angenehm unaufdringliche Art. Ich finde solche Stationen sehr hilfreich, denn so wird die Wanderung kurzweilig und interessant.
Die 17 Stationen im Überblick
Damit ihr eine Vorstellung bekommt, was unterwegs alles auf euch wartet, hier alle Hauptstationen in der Reihenfolge des Weges:
- Station 01 – Herzportal (Start): Einstieg in den Weg, gleich hinter dem Kurgastzentrum
- Station 02 – Aufbau des Herzens: Anatomie verständlich aufbereitet
- Station 03 – Fotostation: Klassischer Selfie- und Erinnerungspunkt
- Station 04 – Barfußpfad: Boden bewusst spüren, Verbindung zwischen Füßen und Herz
- Station 05 – Herzkammer: Funktion der Kammern erklärt
- Station 06 – Blutkreislauf: Wie das Blut durch den Körper findet
- Station 07 – Herzgesundes Wandern: Warum Bewegung dem Herz guttut
- Station 08.1 – Puls messen / Start: Ausgangspuls vor dem Anstieg
- Station 08.2 – Puls messen / Ziel: Vergleichswert nach dem Aufstieg
- Station 09 – Herz und Seele: Emotionale und seelische Dimension
- Station 10.1 – Atmung / Herz und Lunge: Zusammenspiel der beiden Organe
- Station 10.2 – Atmung / Herz und Lunge: Vertiefung der Atemstation
- Station 11 – Herzen im Tierreich: Wie unterschiedlich Herzen aussehen können
- Station 12 – Mythologie: Das Herz in Sagen und Erzählungen
- Station 13 – Social Media: Großes Metallherz für Liebesschlösser
- Station 14 – Künstlerische Darstellung: Das Herz in der Kunst
- Station 15 – Lieblingsplatz: Einladung zum Verweilen
- Station 16 – Reanimation: Was im Ernstfall zu tun ist
- Station 17 – Fässer: Versteckte Infos in dekorativen Fässern
An sieben dieser siebzehn Stationen stehen übrigens Stempelkästen. Wer das eigens dafür erhältliche Stempelheft „Altenauer Herzweg” dabei hat, kann sich gleich noch die passende Wandernadel verdienen. Das spezielle Stempelbuch hatte ich mir nicht geholt. Das wäre mein Tipp an die Leser: Holt es euch vorher! Ich habe die Stempel dann in mein Stempelbuch im Bereich „Sonderstempel” gesetzt.
Besonders charmant fand ich Station 13: An einem großen Metallherz hängen unzählige Liebesschlösser, die man in der Tourist-Information selbst gravieren lassen kann.
Von der Stelle hat man auch eine gute Aussicht auf Altenau.
Vom Barfußpfad zum Pulsmessen
Der Barfußpfad an Station 04 kam etwas zu früh. Ansonsten hätte ich dort meinen Füssen etwas gutes getan.
Später am Weg gab es die berühmten Pulsmess-Stationen: vorher 78, nach dem Aufstieg deutlich darüber. Aber auch nicht ungewöhnlich, es ging die ganze Zeit bergauf.
Wald, Wiese und Weitblick
Der Weg wechselt immer wieder den Charakter. Mal geht es durch dichten Fichtenwald, in dem das Licht in Streifen herunterfällt, mal öffnet sich eine Wiese, und plötzlich steht man vor einer Bank mit Aussicht, die genau dort wartet, wo die Waden anfangen, sich bemerkbar zu machen.
Die Stempel des Tages
Auf dem Weg liegen gleich mehrere Stempelstellen der Harzer Wandernadel. Zwei davon habe ich heute mitgenommen:
| Nr. | Stempelstelle | Lage | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| 149 | Altenauer Herzweg (Mühlenberg) | Mühlenberg oberhalb von Altenau | Direkt am Herzweg, schöne Aussicht auf den Ort |
| 132 | Schwarzenberg, Köte Brockenblick | Köte am Schwarzenberg | Bei klarer Sicht Brockenblick – heute war er da |
Für den Köte „Brockenblick" (Stempel 132) musste ich den Altenauer Herzweg verlassen und noch einen klein Umweg machen. Eine kleine Schutzhütte erwartete mich dort und natürlich ein weiterer Stempel für mein Buch.
Geocaching am Rande – fünf neue Funde
Ich habe heute nicht jeden Geocache auf dem Weg mitgenommen, aber ein paar sind es dann doch geworden.
| GC-Code | Name | Typ | D / T | Größe | Link |
|---|---|---|---|---|---|
| GC7B2E4 | Der Altenauer Hüttenteich | Traditional | 3 / 2.5 | Micro | coord.info |
| GCBMQ3A | Cache am Rothenbeek | Traditional | 2.5 / 2 | Small | coord.info |
| GC3CT4G | Der Unterschlupf des Wächters | Traditional | 1.5 / 2 | Micro | coord.info |
| GC3CWVV | Am Waldschwimmbad | Traditional | 3 / 2 | Small | coord.info |
| GC3WBVK | Eichhörnchenweg | Traditional | 1.5 / 2 | Micro | coord.info |
Der Hüttenteich war historisch besonders spannend – erbaut 1711 als Wasserspeicher für die Altenauer Silberhütte, heute ein stiller, idyllischer Ort, der Teil des Kulturdenkmals Oberharzer Wasserregal ist.
Am Eichhörnchenweg habe ich vergeblich nach den namensgebenden Tieren Ausschau gehalten, dafür war die Dose mit meinen Adleraugen schnell gefunden.
Am Waldschwimmbad musste ich tatsächlich zweimal hingucken, der Cache war hervorragend platziert.
Insgesamt eine schöne Mischung aus schnellen Tradis und Caches mit kleiner Geschichte dahinter. Ich habe auch den Travelbug getauscht.
Belohnung beim Windbeutelkönig
Nach gut vier Stunden auf den Beinen war klar: Das Ding heute braucht einen würdigen Abschluss. Und in dieser Ecke des Harzes heißt der würdige Abschluss eigentlich immer gleich – Windbeutelkönig.
Vor dem Eingang stand eine kleine Schlange, ein paar Minuten musste ich warten, aber das gehörte fast schon dazu. Auf Empfehlung habe ich mir den Windbeutel des Jahres bestellt: Mango.
Praktische Tipps für den Herzweg
- Startpunkt: Tourismusbüro Altenau, dort gibt es auch das Stempelbuch und Infos zum Weg
- Länge: ca. 12,4 km, rund 300 Höhenmeter, 3–5 Stunden je nach Pausen. Foto- und Videostop, die Mitmachaktivitäten bei den Stationen und Geocaching führten bei mir dann zu 4 Stunden Laufzeit.
- Schwierigkeit: einfach bis mittelschwer, gut für Familien, auch für Kinder geeignet, wenn die Länge kein Problem ist.
- Stempel mitnehmen: Stempelbuch der Harzer Wandernadel nicht vergessen, am Weg liegen mehrere Stellen. Und an das spezielle Stempelbuch denken.
- Einkehr: Windbeutelkönig zwischen Altenau und Bad Lauterberg – Wartezeit einplanen, lohnt sich, wenn man schon mal da ist.