Meehr - Unterwegs mit Sofia und Mia

Im September 2026 bin ich mit der MSC World Europa auf einer Kreuzfahrt— Mittelmeer, acht Tage, sechs Häfen. Meinen letzten Urlaub hatte ich schon mit KI-Assistenten vorbereitet. Jetzt habe ich meine eigene Reise-App entwickelt.

Das Ergebnis: Meehr — eine native iPhone-App, die ich mit Unterstützung von Claude Opus entwickelt habe und die meine gesamte Kreuzfahrt begleitet. Von der Reiseplanung über den Tagesablauf bis hin zu zwei unterschiedlichen KI-Reisebegleiterinnen. Sofia und Mia begleiten mich die nächsten Tage. Ich hoffe, das ihr mein Wortspiel erkannt habt (Meer + mehr —> Meehr).

Meehr

Was die App kann

Meehr ist kein generisches Reise-Tool. Sie ist exakt auf diese eine Reise zugeschnitten. Zukünftig soll sie dann auch für andere Kreuzfahrten oder Städtereise eingesetzt werden. Aktuell sind auch nur bestimmte Kernfunktionen implementiert.

Tagesplanung und Zeitstrahl

Für jeden Hafentag zeigt die App einen chronologischen Zeitstrahl aller geplanten Aktivitäten — von der Ankunft im Hafen bis zum "All Aboard". Die App weiß immer, was als nächstes kommt, wie viel Zeit noch bleibt und ob ich im Plan liege. Deadlines (Schiffstermine, Ausflüge) werden farblich hervorgehoben und warnen rechtzeitig.

Tagesplan

Shot-Planer

Ich habe für Fotos und Videos folgende Ausrüstung dabei:

  • iPhone 17 Pro
  • Sony Alpha 6700 mit Sigma 10-18mm Weitwinkel
  • Insta360 X6

Die App soll mich bei Bildern und Videos unterstützen. Jede Aktivität hat verknüpfte Shot-Listen: konkrete Motive, Lichtsituationen, Perspektiven. Die Shots lassen sich vor Ort abhaken — direkt im Kontext der jeweiligen Aktivität.

Shots

Kosten und Budget

Geplante vs. tatsächliche Ausgaben pro Aktivität und Tag, übersichtlich zusammengefasst. Die Funktionalität steht aktuell nicht im Fokus.

Kartenintegration

Kartenintegration mit Apple Maps und Google Maps ist enthalten.

Zwei KI-Begleiterinnen: Sofia und Mia

Das Herzstück der App sind zwei grundlegend unterschiedliche KI-Assistentinnen. Beide reden mich persönlich an — aber sie arbeiten völlig verschieden.

Sofia – die persönliche Reisebegleiterin

Sofia ist meine situationsabhängige KI-Begleiterin. Sie öffnet sich direkt aus einer Aktivität heraus und weiß genau, wo ich gerade bin — und was drumherum passiert.

Sie kennt:

  • Den aktuellen Ort und seine Beschreibung
  • Wie viel Zeit ich noch habe (bis zum nächsten Termin oder zum Schiff)
  • Welche Foto-Shots ich für diesen Ort bereits geplant habe
  • Ob ich im Zeitplan liege oder nicht

Sofias Antwort ist ein persönlicher Guide-Text, der diese Situation spiegelt. Wenn ich nur noch 40 Minuten bis zum "All Aboard" habe, sagt sie das klar: "Du hast jetzt noch knapp 40 Minuten — das reicht für den Innenhof und den Aussichtspunkt, aber die Unterkirche würde ich weglassen."

Sie liefert außerdem:

  • Jetzt-Tipps — was in diesem Moment, bei diesem Wetter, zu dieser Uhrzeit besonders lohnt
  • Foto-Tipps — ergänzend zu meinen geplanten Shots, nie Wiederholungen
  • Eine Denkfrage — etwas, das ich an diesem Ort vielleicht nie bemerkt hätte

Sie ist schnell, persönlich, kontextbewusst. Ihr Stil: intelligente Freundin, kein Reiseprospekt.

Sofia

Mia – die recherchierende Spezialistin

Mia kann mehr. Sie ist gebaut für Tiefe, nicht Geschwindigkeit. Wenn ich Mia zu einer Aktivität öffne, passiert Folgendes im Hintergrund:

Stufe 1 — Gemini recherchiert

Google Gemini ruft über seine Search-Grounding-Funktion aktuelle und historische Informationen zu diesem Ort ab. Nicht aus seinem Trainings-Datensatz — aus dem echten, aktuellen Web. Das Ergebnis: 5–8 sorgfältig geprüfte Fakten, jeder mit einem Zuverlässigkeits-Level:

  • HIGH — durch verlässliche Quellen gut belegt
  • MEDIUM — plausibel und dokumentiert
  • LOW — nicht vollständig verifizierbar, aber erwähnenswert
  • LEGEND — lokale Legende oder Überlieferung, explizit gekennzeichnet

Jeder Fakt hat außerdem einen "Überraschungswert" auf einer Skala von 1 bis 5. Was alle Reiseführer kennen, bekommt eine 1. Was selbst Einheimische überraschen würde, eine 5.

Stufe 2 — Mia erzählt

Die recherchierten Fakten gehen an GPT, das nun Mias Rolle übernimmt: eine intelligente, ortskundige Freundin, die mir die Geschichte dieses Ortes erzählt — lebendig, persönlich, manchmal trocken-humorvoll.

Mia weiß, dass ich ein Kreuzfahrtgast bin. Dass ich einen Deadline-Termin habe. Dass ich mit fotografiere und Videos aufnehme. Sie wählt die interessantesten Informationen aus und bringt sie in eine echte Erzählung — keine Aufzählung, kein Lexikon-Stil.

Das Ergebnis in der App:

  • Eine Haupterzählung — 200–300 Wörter, die ich so nicht in einem Reiseführer finden würde
  • "Schau mal hier" — ein konkreter visueller Detail-Hinweis für diesen Ort
  • "Wusstest du?" — ein überraschender Fakt in 1–2 Sätzen
  • Verborgene Geschichte — eine kleine Erzählung mit Wendung
  • Insider-Tipps — konkret und umsetzbar, nicht generisch
  • Ganz in der Nähe — ein nahegelegener Ort, der sich lohnt
  • Audio — Mias Erzählung wird auf Knopfdruck vorgelesen, mit einer natürlichen Stimme (OpenAI TTS). Mia kann also ihren Text vorlesen, was sich schon sehr gut anhört.

Mia - 1
Mia - 2

Man kann Mia auch vordefinierte oder eigene Fragen stellen.

Fragen für Mia

Außerdem: Alle Quellen sind einsehbar. Ein eigener "Quellen & Recherche"-Tab zeigt, welche Fakten Mia verwendet hat, wie zuverlässig sie bewertet wurden — und was als Legende markiert ist.

Mia - Quellen

Sofia vs. Mia — wo liegt der Unterschied?

Sofia Mia
Ansatz Einzel-KI, kontextuell Zweistufig (Recherche + Storytelling)
Modell Claude Sonnet Gemini Search → GPT
Wissen Trainings-Datensatz Live-Recherche via Google Search
Quellen sichtbar Nein Ja, inkl. Zuverlässigkeits-Level
Zeitplan-Integration Ja (Deadline, Zeitplan, Shots) Ja (übergeben aus dem Kontext)
Audio Nein Ja (TTS, shimmer-Stimme)
Folgefragen Nein Ja ("Frag Mia")
Geschwindigkeit Schnell (~15–20 Sek.) Langsamer (~60–120 Sek.)
Caching Nein Ja (30 Tage stabile Fakten, 4 Std. Guide)
Stärke Situationsbewusstsein Faktentiefe und Vertrauenswürdigkeit

Wann nehme ich Sofia?

Wenn ich gerade am Ort bin, wenig Zeit habe und einen schnellen, kontextbewussten Impuls brauche. Sofia weiß, was gerade läuft — und antwortet entsprechend.

Wann nehme ich Mia?

Wenn ich vor dem Besuch tiefer einsteigen will. Wenn ich verstehen möchte, warum dieser Ort besonders ist.

Was steckt technisch dahinter?

Die App ist in SwiftUI geschrieben, läuft nativ auf iPhone, nutzt SwiftData für persistente Datenhaltung und cacht KI-generierte Inhalte lokal im Application Support — für die Offline-Nutzung auf dem Schiff.

Für Sofia: Anthropic API, Claude Sonnet 4.6.

Für Mia: Google Gemini API mit Search Grounding, OpenAI Chat Completions mit strukturiertem JSON-Output, OpenAI TTS für Audio.

Die App-Daten — Routen, Aktivitäten, Shots — sind in einer JSON-Datei definiert, die beim ersten Start importiert wird. Man kann einen Tagesablauf auch modifizieren. Dieser Teil ist noch nicht perfekt gelöst und ist für die nächste Ausbaustufe geplant.