Kunst am Wasser: Der Würmsee bei Burgwedel
Meine Wetter-App hat mir für heute einen sonnigen Tag versprochen. Manchmal muss es nicht der Preikestolen sein. Auch vor der eigenen Haustür lässt sich Interessantes entdecken – man muss nur hingehen oder hinfahren. Der Würmsee liegt nördlich von Hannover nahe Großburgwedel und ist über eine flache Rundtour von knapp zwei Stunden bequem zu erreichen. Für einen entspannten Wandertag ist er genau das Richtige. Startpunkt ist der Park-and-Ride-Parkplatz in Großburgwedel. Die Streckenlänge ist bei Outdooractive mit 13 km angegeben.
Was gibt es zu entdecken?
Die Route selbst ist im besten Sinne unspektakulär: Sie führt durch Wald und über Forstwege und Felder, bis man schließlich den See erreicht.
Was den Würmsee von einem gewöhnlichen Spaziergang unterscheidet, ist der von den Landschaftskünstlern Frank Nordiek und Wolfgang Buntrock gestaltete Erlebnispfad mit acht LandArt-Stationen. Übrigens gibt es auch einen Adventure Cache, den ich erfolgreich abgeschlossen habe.
Die Installationen sind alle direkt am Seeufer verteilt. An der ersten Station erwartet die Besucher eine Hommage an die Tourismustradition der 1920er-Jahre: zwei Wellenliegen auf einem Holzsteg sowie lebensgroße Figuren in Originalkostümen der Epoche. Zu sehen sind eine Badenixe mit Sonnenhut und ein Herr mit Fotoapparat. In das vorderste Brett ist eingraviert: „Urlaubsgrüße vom Würmsee.” Ich habe beobachtet, wie sich einige Leute für mehrere Minuten auf die Liegen gelegt und die Ruhe und Stille am See genossen haben. Das habe ich anschließend auch versucht, allerdings nur für wenige Sekunden.
Bin ich ein so unruhiger Mensch? Aber ich hatte keine Zeit, mich mit dieser Frage zu befassen, denn es ging direkt zur nächsten Station weiter.
Am Ufer warten drei rote Stahlskulpturen, die sogenannten „Torffresser“. Die rund drei Meter hohen, knallroten Skulpturen stehen teils mit den Füßen in den Resten eines alten Moorgebiets und erinnern so an die feuchte Vergangenheit des Sees.
Am Ufer befindet sich daneben ein begehbarer Pegel aus terrassierten Lochgittern. Über die verschiedenen Stufen kann man den Wasserstand des Sees ablesen. Bei 44,08 bekommt man nasse Füße.
Ich habe auch die Pumpen am See ausprobiert. Nur eine davon pumpt tatsächlich Wasser. Bin zar kein Mann der Praxis, aber diese Aufgabe konnte ich bewältigen.
Und dann war da noch dieser Steg. Er schien ein Liebessteg zu sein, auf dem man am Ende gemeinsam auf einem Boot liegen und die Ruhe und Stille am See genießen kann. Auch hier musste ich ein paar Minuten warten, bis ein Paar seine romantische Auszeit beendet hatte. Ich wurde auch schon langsam wütend, das sie es lange dort ausgehalten haben.
So sieht das bei mir aus. Ich habe dazu ein Video vorbereitet. Triggerwarnung: Das Video ist sehr speziell. 😛
Unter dem Wasser sieht man übrigens Skulpturen von verschiedenen Wasserinsekten.
Am Ende der Rundtour gibt es drei rätselhafte sieben Meter hohe „Nester" in der Uferzone. Wer dort wohl wohnt?