Auf dem Preikestolen – Hoch über dem Lysefjord
Wanderung zum Kanzelfelsen bei Stavanger
Heute legt die AIDAperla morgens in Stavanger an. Die Stadt empfängt uns mit kühler, frischer Luft – typisch für einen norwegischen Frühlingsmorgen.

Stavanger ist der Ausgangspunkt für viele Ausflüge. Unser Ziel steht heute jedoch schon fest: der Preikestolen. Dieser Ort steht bei vielen ganz oben auf der Bucketlist. Ich hatte mich im Vorfeld über die Wanderung und die Anreise informiert.
Um 9 Uhr waren wir beim Stadtbüro von Hertz in der Nähe des Hafens. Die Anmietung des Mietwagens ging unkompliziert über die Bühne und schon kurz darauf ging es los. Ich hatte die günstigste Kategorie gebucht. Eigentlich sollte es ein ID.3 werden, aber es gab dann einen MG HS Hybrid – eine angenehme Überraschung, denn das SUV bot deutlich mehr Platz und Komfort für die kurvenreiche Fahrt ins Gebirge. MG war früher eine britische Automarke, gehört heute jedoch dem chinesischen Automobilkonzern SAIC (Shanghai Automobile Industry Corporation).

Der Wanderparkplatz Preikestolhytta liegt etwa 45 Minuten von Stavanger entfernt. Die Fahrt führte uns durch den 14,4 Kilometer langen Unterwasserstraßentunnel Ryfylke. Mit einer Tiefe von bis zu 292 Metern unter dem Meeresspiegel ist er einer der tiefsten Straßentunnel der Welt – ein kurioser Kontrast zu dem, was uns kurz danach in luftiger Höhe erwarten wird. Die Maut wird später von der Kreditkarte abgerechnet, die ich bei Hertz angegeben habe.
Am Parkplatz angekommen, werfe ich einen Blick auf die Hinweistafel.

Es ist Spätwinter, Ende März, und ich weiß, dass da oben noch Schnee liegen könnte. Gut, dass ich meine Spikes dabei habe, die ich kurz vor dem Urlaub bei Amazon gekauft habe. Man kann sich die Spikes aber auch vor Ort gegen eine Gebühr ausleihen. Wir wurden auch vor Ort darauf hingewiesen, dass das Tragen von Spikes sinnvoll ist.
Der Aufstieg
Und hier geht es los ... der Aufstieg zum Preikestolen. Die Wanderung hin- und zurück hat eine Länge von 8 km.

Und hier bin ich mal wieder ...

Der Weg ist am Anfang steil und anstrengend. Auf dem Weg gibt es immer wieder tolle Ausblicke.

Nach etwa der Hälfte der Strecke ändert sich das Bild: Schnee. Und zwar nicht wenig. Spätestens jetzt beginnt die Schneewanderung.

Die Wege sind teilweise vereist, die Felsen glatt. Hier kommen die Spikes zum Einsatz – ohne wäre es an einigen Stellen wirklich unangenehm rutschig geworden. Klar empfehlenswert für diese Jahreszeit.

Nach rund zwei Stunden stehen wir oben – und der Blick macht einfach sprachlos. Hier eine seitliche Perspektive auf das Plateau. Der beste Punkt ist da an der Kante ... im Sommer muss man da für sein Foto richtig lange warten.

Der Preikestolen ist eine fast perfekt rechteckige Felstafel, die senkrecht rund 604 Meter über dem Lysefjord thront. Kein Geländer, keine Absperrung. Einfach Fels, Luft und der Fjord tief unten. Ein Wunder das hier so wenig passiert. Ich habe auch mit der Insta360 ein Video gedreht.
Wir stehen eine Weile am Rand und genießen das Panorama.
Ich sehe gerade, so groß ist der Abstand nicht mehr zum Rand. Dieses Gefühl lässt sich kaum in Worte fassen: da ist ein tiefer Fjord, 604 Meter unter deinen Füßen, und zwischen dir und dem Abgrund: nichts. Kein Geländer, keine Warnung, nur Fels. Ein Schritt zur Ewigkeit ... one step from eternity. Aber dieser Hintergrund mit dem Fjord ist wirklich eindrucksvoll oder ?

Trotz des noch winterlichen Ambientes sind einige andere Wanderer oben – aber an einem solchen Aussichtspunkt bleibt man nie alleine. Das Wetter ändert sich auch schnell. Wir hatten noch einen tollen Blick auf das Fjord. Minuten später war hier Nebel.
Der Abstieg
Für den Rückweg brauchen wir knapp 90 Minuten. Der Schnee macht auch bergab Respekt nötig, aber mit den Spikes ist man gut gesichert. Unten am Parkplatz angekommen, merke ich: die Beine haben heute gute Arbeit geleistet und heute Abend gibt es wieder ein leckeres Abendessen auf der AIDA.
Wir waren in Stavanger noch beim Drei - Schwerter Denkmal. Das Wetter war hier nicht mehr so gut, denn es hat geregnet.

Und anschließend ging es in die Altstadt (Gamle Stavanger). Die Stadt hat ca. 150.000 Einwohner und ist die viertgrößte Stadt in Norwegen. Der Ort beeindruckt durch seine vielen Holzhäuser aus dem 18. bzw. frühen 19 Jahrhundert. Es gibt hier vieles Cafés, Boutiquen und Kunsthandwerk.

Rechtzeitig vor der Abfahrt der AIDAperla sind wir zurück im Hafen. Stavanger hat mich heute mit einem echten Highlight überrascht – oder eigentlich hatte ich das ja geplant. Der Preikestolen ist definitiv eine eindrucksvolle Wanderung – und einer jener Orte, die man erst wirklich versteht, wenn man selbst am Rand steht und in die Tiefe blickt. Fotos und Videos können das nur ansatzweise einfangen.