Anreise Porto und der erste Blick auf den Douro

Sehr früh, sehr dunkel

Start in Ahnsen um drei Uhr nachts – wobei „aufstehen” das falsche Wort ist, denn geschlafen hatte ich ohnehin nicht. Die Hitze der letzten Nacht ließ keine ruhige Minute zu, also ging es quasi direkt vom wachen Liegen und dem Schauen der Nachtspiele bei der Fußball-WM in den Reisetag. Sechzehn Stunden Programm bei null Stunden Schlaf, das muss man erst einmal wollen.

Nachts hat die A2 wenigstens den Vorteil, dass sie leer ist, und so standen wir pünktlich am Flughafen Hannover und mein Auto im Parkhaus.

Flughafen Hannover

Um 06:05 ging es mit der Lufthansa nach München, dort eine knappe Stunde Umstieg im Terminal 2 – gerade genug, um ein Croissant zu essen.

Der Anschluss nach Porto lief reibungslos, und um 10:20 Uhr Ortszeit setzte die Maschine in Francisco Sá Carneiro (so heißt der Flughafen in Porto) auf. Eine Stunde geschenkt durch die Zeitverschiebung.

Der Mietwagen

Die Mietwagenübergabe bei Hertz hat gut geklappt. Es gab einen Nissan Juke, einen kompakten SUV. Übrigens stehen die Mietwagen nicht direkt am Flughafen bereit, sondern die Kunden werden mit einem Shuttlebus etwas außerhalb gefahren.

Nissan Juke

Zimmer erst ab 14 Uhr – also weiter nach Matosinhos

Im Hotel, dem TRYP by Wyndham Porto Expo in Leça da Palmeira, dann die zu erwartende Auskunft an der Rezeption: Check-in offiziell erst ab 14 Uhr. Gepäck durfte bleiben, wir nicht. Was macht man mit ein paar Stunden, leichtem Reise-Hunger und null Lust auf große Pläne? Man fährt ans Meer.

Also rüber nach Matosinhos. Das Mittagessen kam, ich gebe es zu, von McDonald's – nach sechzehn Stunden auf den Beinen wollte ich keine Restaurant-Recherche, sondern einfach etwas, das schnell geht und satt macht. Kein kulinarischer Höhepunkt, aber genau das Richtige für den Moment. Wie meistens ein Double - Cheeseburger - Menü in der großen Variante.

Danach die Strandpromenade entlang, und das hat den Tag gedreht. Atlantikwind, Brandung, Leute beim Spazieren, der weite Strand – nach dem Flugzeug genau die richtige Dosis frische Luft und etwas Bewegung. Und wir haben auch den ersten Geocache auf dieser Reise bei einem verfallenen Gebäude gefunden. Früher wurde es als Eventlocation genutzt.

Verfallenes Gebäude

Auf dem Weg dann die Anemone: die große rote Netzskulptur von Janet Echelman, die an einem Kreisverkehr nahe der Promenade hängt und sich im Wind bewegt. Offiziell heißt sie „She Changes", aber alle hier nennen sie nur die Anemone, und genauso sieht sie auch aus – ein gewaltiges Geflecht, das je nach Windrichtung die Form ändert.

Anemone

Check-in und eine kurze Verschnaufpause

Zurück im Hotel war das Zimmer dann bezugsfertig – Deluxe Double mit Poolblick, Frühstück inklusive. Eine Stunde hinlegen, duschen, frisch machen. Mehr nicht, sonst wäre ich nicht wieder hochgekommen. Danach ging es um 15:30 Uhr ins Zentrum von Porto.

Nachmittags durch die Altstadt

Geparkt im Parkhaus Trindade, von dort ein kurzer Weg zur Praça da Liberdade – der zentrale Platz im Herzen Portos, mit dem Rathaus. Und da stehe ich nun neben  Almeida Garrett, den berühmten Dichter, der in Porto geboren wurde.

Vor dem Rathaus


Ein Stück weiter ist das Reiterstandbild von Pedro IV und repräsentativen Fassaden ringsum. Guter Startpunkt, von hier geht es bergab Richtung Douro.

Reiterstandbild Pedro IV

Direkt anschließend die Avenida dos Aliados, Portos Prachtboulevard: breite Allee, Belle-Époque-Architektur links und rechts, am Kopfende das Rathaus. Man läuft das einmal hoch und runter, allein der Kulisse wegen.

Danach weiter zum Bahnhof São Bento. Klingt unspektakulär, ist es aber nicht: Die Eingangshalle ist mit rund 20.000 Azulejos verkleidet, die Szenen aus der portugiesischen Geschichte zeigen – eine der schönsten Bahnhofshallen Europas. Fünf Minuten sollen reichen, sagt man, am Ende steht man doch länger und dreht sich im Kreis.

Bahnhof Sao Bento

Weiter hoch zur Sé do Porto, der romanischen Kathedrale. Vor allem wegen der Terrasse davor: Von dort geht der Blick über die Dächer der Altstadt bis hinunter zum Douro.

Ponte Luís I und der Blick von Serra do Pilar

Zum Abschluss zu Fuß über die Ponte Luís I – hin über das Oberdeck, mit dem besten Blick auf Porto und die Portwein-Kellereien in Gaia.

Blick von Brücke



Auf der anderen Seite, der Gaia-Seite,

GAIA


bin ich noch hoch zum Aussichtspunkt am Mosteiro da Serra do Pilar. Von dort hat man die ganze Brücke, den Douro und die Altstadt-Silhouette gegenüber im Bild – für mein Geld der beste Blick auf Porto überhaupt.

Ponte Luus I



Zurück ging es dann unten über das Untergeschoss der Brücke.

Blick von unten

Fazit nach Tag 1

Sechzehn Stunden, null Stunden Schlaf, drei Flughäfen, ein McDonald's am Atlantik die Brückenüberquerung am Douro. Kein eleganter Reisetag, aber ein guter. Morgen geht es ausgeruht an die richtigen Touren.